Exoplanet K2-18b: Atmosphäre mit Wasserdampf

Forscher haben einen neuen Exoplaneten gefunden. So weit, so normal. Mittlerweile zumindest, denn das Entdecken von Exoplaneten gehört längst zur Routine in der Astronomie. Aber: K2-18b ist ganz besonders. Er ist ein Wasserplanet. Zwar nicht mit flüssigem Wasser, aber immerhin mit Wasserdampf.

Er hat ungefähr die achtfache Masse unserer Erde und umkreist den roten Zwergstern K2 im Sternbild Löwe in rund 33 Erdtagen in einer habitablen Zone in weniger als einer Astronomischen Einheit. Das ist tatsächlich sehr nah, näher als Merkur der Sonne ist. Planeten, die in der sogenannten habitablen Zone kreisen, können theoretisch Leben beherbergen. Sie sind nah genug dran am Zentralstern, so dass etwaige Wasservorkommen nicht gefrieren. Sie sind aber gleichzeitig auch weit genug weg, so dass das Wasser nicht verdampft. Bei K2 ist die habitable Zone viel näher um den Stern herum, als bei der Sonne. K2 ist mehr als 3.000 Grad kälter. 

Allerdings ist der Planet K2-18b alles andere als eine zweite Erde. Auch ob er als Supererde bezeichnet werden kann, wage ich zu bezweifeln. Aber was ist jetzt eigentlich das Spannende an der Entdeckung? Warum berichtet jeder darüber, warum begeistern sich plötzlich Menschen dafür, die zuvor selten astronomische News gelesen haben? Erstmal vorne weg: Wasser wurde da nicht gefunden, auch wenn das Wort Wasserplanet natürlich sofort an jene Szene aus Interstellar denken lässt, in der die Crew auf „Millers Planet“ landet und von der Gargantua-Tide überrascht wird. Nein, die Entdeckung auf K2-18b ist zunächst einfach nur Wasserdampf in der Atmosphäre. 

Wie man das entdeckt hat? Ganz einfach mit Spektrallinien

Teleskope haben den Stern K2 beobachtet und zufälligerweise liegt der Planet genau in der Beobachtungslinie der Teleskope. Bei einem Vorbeizug vor seinem Stern verdunkelt er den Stern minimal, er blockiert das Licht sozusagen. Das Sternenlicht scheint von hinten durch die Atmosphäre des Sterns und bestimmte Moleküle in der Atmosphäre stoppen das Licht, lassen es nicht passieren: Das blockierte Licht fehlt dann quasi im Lichtstrahl, der weiter durch das All in unsere Richtung jagt. Im Spektrum entstehen dann Linien, genau dort, wo das Licht nicht durchgekommen ist, sogenannten Spektrallinien. Anhand dieser Linien können Forscher feststellen, welche Moleküle in der Atmosphäre das Licht aufgehalten haben, im Falle von K2-18b Wassermoleküle. Kurzum: Das Besondere an K2-18b ist, dass es der erste Exoplanet ist, der Wasserdampf aufweist, aber kein Gasplanet ist. Rein theoretisch wäre es sogar möglich, dass es in der Atmosphäre regnet. Wow! 

Manche fragen sich jetzt vielleicht, warum solche Themen immer so gehyped werden und zugegebenermaßen steckt hinter den reißerischen Titeln der gemeinen Medien (Neue Erde entdeckt, Leben möglich etc.) meist nicht allzu viel. Aber egal: Die Astronomie ist längst so weit, dass sie andere Planeten in fernen Sonnensystemen entdecken und teils analysieren kann. Und auch wenn wir nicht viel über die Oberfläche von K2-18b wissen, geschweige denn über mögliche Lebensformen, so hat der Planet, wie so viele vor ihm doch eins geschafft: Dass alle sich zumindest für kurze Zeit für die Astronomie begeistern können.

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