Das unmögliche Schwarze Loch

Das Schwarze Loch LB-1 ist wirklich unmöglich! Oder doch nicht? Die Entdeckung eines chinesischen Forscherteams gibt der Astrophysik Rätsel auf.

Der Weltraum ist gigantisch groß und in diesen unendlichen Weiten gibt es eigentlich nichts, was wirklich unvorstellbar wäre. Trotzdem gingen die meisten Wissenschaftler bislang davon aus, dass es eine bestimmte Art von Schwarzen Löchern einfach nicht geben kann: Stellare Schwarze Löcher, die mehr als vierzig Mal schwerer als unsere Sonne sind.

Aber immer mit der Ruhe: Was ist überhaupt ein Stellares Schwarzes Loch? Die bekanntesten kosmischen Ungetüme sind supermassive Schwarze Löcher, die sich in den Zentren von Galaxien verbergen. Mit Sagittarius A* besitzt auch unsere Milchstraße einen solch massereichen Mittelpunkt. Der Name impliziert es bereits: Supermassive Schwarze Löcher können mehrere Millionen Mal schwerer als unsere Sonne werden. Wie solche Schwerkraftmonster entstehen, ist allerdings noch ungewiss. Auch ist unbekannt, ob es zuerst Galaxien gab und dann supermassive Schwarze Löcher oder ob die Entwicklung umgekehrt verlief – in gewisser Hinsicht die kosmische Version der Henne-Ei-Problematik.

Im Zentrum jeder Galaxie befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch.

Stellare Schwarze Löcher sind nicht so rätselhaft. Sie entstehen, wenn sehr schwere Sterne am Ende ihrer Existenz in einer Super- oder Hypernova explodieren und eine Restmasse sich in ausreichendem Maße verdichtet. Von solchen kleineren Vertretern ihrer Art existieren alleine in unserer Galaxis mindestens 100 Millionen.

Nun gelang einem chinesischen Forscherteam der Universität Peking eine Sensation hinsichtlich der Stellaren Schwarzen Löcher: Sie entdeckten mit LB-1 ein Exemplar, das 70 Mal so viel wie unsere Sonne wiegt. Das ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, da man davon ausging, dass Stellare Schwarze Löcher eine Gewichtsobergrenze besitzen, die weit unter der gemessenen Masse von LB-1 liegt.

So stellen sich die Forscher LB-1 vor. Gut zu erkennen ist ein rotierender Stern um das Schwarze Loch. © Jingchuan Yu / Beijing Planetarium


Der Leiter der chinesischen Forschungsmission, Jifeng Liu, äußerte sich dementsprechend überrascht über die Entdeckung:

Schwarze Löcher dieser Masse dürften gemäß der meisten aktuellen Modelle der Sternentwicklung in unserer Galaxie gar nicht existieren. LB-1 ist doppelt so massereich, wie wir für möglich gehalten haben. Nun müssen sich Theoretiker der Herausforderung stellen, seine Entstehung zu erklären.

Es ist also zu erwarten, dass die gängigen Modelle und Theorien über Stellare Schwarze Löcher nun auf den Prüfstand kommen. Die gravitativen Ungetüme sind damit noch rätselhafter geworden als sie es ohnehin schon waren.

Mehr über die mysteriöse Entdeckun von LB-1 erfahrt Ihr in diesem Video von Astro-Comics TV:

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