Neues Buch im Voyager Verlag: Ein Reisebuch aus Südamerika

Unser kleiner Verlag wächst immer weiter: Wir freuen uns, dass wir mit dem Reisebuch „Von 0 auf 5.000 – Unterwegs zwischen Gletschern und Wüsten“ jetzt auch ein erstes Reisebuch anbieten können.

Jana ist drei Monate durch Argentinien, Chile und Bolivien gereist. Neben Fußball, Steaks, Mate und viel zu langen Busfahrten hat sie am Lagerfeuer Reisegefährten kennengelernt, ist zum Sonnenaufgang auf Berggipfel geklettert, hat Südkapern aus nächster Nähe zugeschaut, hinab in lodernde Vulkane geblickt, Selfies mit Pinguinen gemacht. Heimweh, Belästigungen und ein ambulanter Eingriff am Kopf haben sie nur kurz aus der Bahn geworfen. Zu schön war es, immer der Nase nach gen Norden zu reisen.

In ihrem neuen Buch erzählt sie von besonderen Momenten auf den tausenden von Kilometern, von Erinnerungen und Abenteuern, die zeigen, wie wunderbar es ist, einfach mal spontan loszureisen. Einfach mal loszulassen. Einfach mal frei zu sein. Und zu sehen, dass es funktioniert.

Hier erhaltet Ihr vorab einen kurzen Auszug aus dem ersten Kapitel:

Ich bin eindeutig in einer Totenstadt gelandet. Dicht an dicht stehen sie eng aneinander gereiht, formen kleine Gassen in grau und schwarz. Manche sind völlig verwahrlost und wurden in den vergangenen Jahren nicht einmal mehr vom Staub befreit. Fensterscheiben sind eingebrochen, verrostete Kerzenständer liegen auf dem Boden, das Wachs klebt noch am Silber, als wäre es gestern erst geschmolzen. Welke Blumen sind traurige Zeugen einer Zeit, in der Angehörige noch regelmäßig herkamen und ihren Verstorbenen gedachten, aufgeschlagene Bibeln lassen nur noch den Vers erahnen, der bei der Beerdigung gesprochen wurde. Andere hatten mehr Glück: Ihre Gruften sind prunkvoll geschmückt, mit Engelsstatuen und bunten Blumen, mit Fotos der Verstorbenen in einem schwarz-goldenen Rahmen. Rund 7.000 Mausoleen bilden im Norden von Buenos Aires, im noblen Viertel Recoleta eine wahre Totenstadt. Der Friedhof in Buenos Aires zwischen den Vierteln Microcentro und Palermo wird in vielen Reiseführern als die Attraktion schlechthin aufgeführt. Für mich ist es einer der seltsamsten Orte, an denen ich je war. Das Who’s Who der argentinischen Prominenz und sonst jeder, der was auf sich hält und das nötige Kleingeld hat, findet hier seine letzte Ruhe: Sportler, Wissenschaftler, Präsidenten und First Ladies sind hier zwischen Prunk und Beton begraben. Eine der berühmtesten Toten ist Evita Perón, deren Grab mit Stahlplatten vor Grabplünderern geschützt ist. Die meisten Friedhofs-Besucher kommen her, um vor ihrem Grab nieder zu knien. María Eva Duarte de Perón war die zweite Frau des Präsidenten Juan Perón, gerne als die argentinische Mutter Theresa bezeichnet. Mit 16 Jahren ist sie aus ärmlichen Verhältnissen nach Buenos Aires gekommen und legte eine glanzvolle Karriere hin, die niemand anderes als Andrew Lloyd Webber gemeinsam mit Madonna in dem Musical Evita weltweit bekannt gemacht hat. Erst als Model auf den Laufstegen, dann als Stimme im Radio und schließlich als Schauspielerin auf der Leinwand – sie ging ihren Weg und traf auf einer Benefizveranstaltung auf den künftigen Präsidenten Juan Perón. An seiner Seite stieg sie zu einer der berühmtesten Frauen in Argentinien auf, vor allem die ärmere Bevölkerung verehrte sie, war sie doch eine von ihnen. Sie setzte sich unermüdlich für die Hemdlosen, die Descaminados ein, ließ mit der Fundación Perón eine Wohltätigkeitsstiftung gründen und verteilte Geschenke, wo es nur ging. Obwohl sie so beliebt war, gab es aber auch jene, die sie keinesfalls verehrten. Die Antiperonisten bezeichneten sie zeitweise als Hure und als Domina, als machtgierig und kalt. Als ihr Mann im Oktober 1945 verhaftet wurde, wird Politik zu ihrer Lebensaufgabe. Sieben Jahre später erliegt sie dem Gebärmutterhalskrebs und findet ihre letzte Ruhe in der mit Stahl geschützten Gruft auf dem Friedhof La Recoleta. Andere hier hatten nicht so viel Glück. Nicht nur, dass viele Mausoleen verwahrlost sind, einige sind aufgebrochen, fehlende Sargdeckel lassen einen Blick auf das gruselige Innere zu. In einer Gruft entdecke ich Toilettenpapier und Putzmittel und vermute, dass der Friedhofsgärtner sich hier seinen eigenen Putzraum inklusive Toilettenhaus eingerichtet hat. Wirklich günstig ist der Tod hier nicht. Ein Mausoleum kostet rund 250.000 Dollar. Wer sich von dem Geld lieber eine kleines Häuschen im Grünen kaufen will, der surft einfach bei eBay vorbei. Dort gab es einst – wenn man meinem Reiseführer vertrauen kann – Second-Hand-Gruften für schlappe 25.000 Dollar.

Nach drei astronomischen Büchern füllt sich somit auch das Reiseregal. Das Buch ist in kompletter Eigenproduktion entstanden – von den spannenden Geschichten, über den Satz und das Layout in InDesign bis zum illustrierten Cover. Damit Jana ihr Buch jetzt noch drucken kann, ist sie auf eure Unterstützung angewiesen. Bei Kickstarter hat sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um das nötige Kleingeld für den Druck zu sammeln. Hier geht’s zur Kickstarter-Kampagne.

Wir freuen uns über jede Unterstützung, damit Jana ihr Buch realisieren kann – holt euch jetzt eure Ausgabe und reist gemeinsam mit Jana von 0 auf 5.000! Viel Spaß und danke für eure Unterstützung!

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