100 Sternschnuppen pro Stunde: Die Perseiden kommen!

Sternschnuppenschauer gehören zu den astronomischen Highlights eines jeden Jahres. Nachdem wir dieses Jahr schon den Kometen NEOWISE bewundern dürften, erwartet uns nun der faszinierende Sternschnuppenschauer der Perseiden.

Für die Menschen der Antike und des Mittelalters muss es ein absolutes Rätsel gewesen sein, wenn sie Meteore am Himmel beobachtet haben. Ihnen schien es so, als würden da Sterne über ihren Köpfen hin und her schwirren. Aus dieser Zeit stammt der Begriff „Sternschnuppe“, der insofern etwas irreführend ist – denn eine Sternschnuppe hat mit einem Stern rein gar nichts zu tun.
Sterne sind weit entfernte Sonnen, gigantische Wasserstoffkugeln, die Lichtjahre von uns entfernt das Zentrum ihres eigenen Systems bilden.
Sternschnuppen hingegen sind Objekte aus unserem Sonnensystem, die sich auf Kollisionskurs mit der Erde befinden, die Atmosphäre durchdringen und dann durch Geschwindigkeit und Reibung verglühen. Meistens handelt es sich hierbei um Gesteinsbrocken, die man als Meteore bezeichnet.

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So sieht eine durchschnittliche Sternschnuppe aus bevor sie die Atmosphäre der Erde durchdrungen hat

Wann ein solcher Gesteinsbrocken die Erde trifft lässt sich naturgemäß schwer vorhersagen. Wie kommt es dann, dass Sternschnuppenschauer wie die Perseiden jedes Jahr genau zur selben Zeit wieder auftreten?

Im Sonnensystem gibt es auch größere Brocken. Einige von ihnen haben sogar eine feste Bahn um die Sonne. Wenn diese Brocken aus Stein bestehen nennt man sie Asteroiden – wenn sie aus Eis bestehen spricht man von einem Kometen. Während diese Objekte durch das Sonnensystem rasen, kann es passieren, dass sie Material verlieren: Steinchen, Staub und Eis bröckelt einfach ab. Nun kann es geschehen, dass ein solcher Komet oder Asteroid genau auf der Erdbahn jede Menge Material verliert. Dann bewegt sich die Erde jedes Jahr genau zur gleichen Zeit durch diese Hinterlassenschaften.

Genau so ist es dem Kometen Swift-Tuttle passiert: Er hinterließ vor langer Zeit ein Trümmerfeld aus Steinchen auf der Erdbahn. Jedes Jahr im Juli und August rast die Erde durch die Reste des Kometen, jede Menge kleine Teilchen durchdringen die Atmosphäre und die Bewohner der Erde können einen Sternschnuppenschauer bewundern: Die Perseiden!

Perseiden-Sternschnuppe über dem Very Large Telescope der ESO

Doch weshalb nennt man die auf die Erde einprasselnden Überreste des Kometen Swift-Tuttle „Perseiden“? Das liegt daran, dass sie scheinbar aus Richtung des Sternbilds Perseus zu stammen scheinen. Das ist allerdings nur eine Art optische Täuschung, denn in Wahrheit befinden sich die Sterne dieser Konstellation unfassbar weit weg von uns. Perseus dient also nur als eine Art grobe Richtungsangabe. Auch andere Sternschnuppenschauer benennt man nach den Sternbildern, aus denen sie scheinbar entstammen: Leoniden, Tauriden, Geminiden und so weiter.

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Die Sternbilder Perseus und Pegasus

Die Perseiden sind im Juli und August zu bewundern, wobei sie ihren Höhepunkt am 12.08.2020 erreichen werden. Um tatsächlich hundert Sternschnuppen pro Stunde sehen zu können, sollte man zudem in eine ländliche Gegend hinaus fahren, denn in den Städten ist die Lichtverschmutzung einfach zu stark. Nichtsdestotrotz sollten auch in großen Städten mehrere dutzende Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.
Die beste Uhrzeit für ambitionierte Sternschnuppenjäger ist – zumindest von Mitteleuropa aus gesehen – zwischen 23 Uhr abends und 4 Uhr morgens.

Noch mehr Informationen zu dem spektakulären Himmelsereignis der Perseiden erhaltet Ihr in diesem Video von Astro-Comics TV:

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