Erster Exoplanet in fremder Galaxie entdeckt

Der Kosmos ist gigantisch groß – und scheinbar voll mit Exoplaneten. Nun ist es einem Forscherteam wohl gelungen, den ersten Planeten außerhalb der Milchstraße zu entdecken.

Unser Sonnensystem ist nur eines von mehreren Milliarden in der Milchstraße. Die Milchstraße wiederum ist lediglich eine von Milliarden Galaxien. Da ist es nicht überraschend, dass die uns bekannten Planeten in unserem Sonnensystem nicht die einzigen im gesamten Kosmos sind. Planeten, die um fremde Sterne kreisen, nennt man Exoplaneten – und davon gibt es wohl alleine in unserer Milchstraße mindestens 400 Milliarden Exemplare.

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Alleine unsere Galaxis beherbergt Milliarden Exoplaneten

Offiziell bestätigt wurden von Forschern bislang allerdings nur knapp über 4.000 Exoplaneten. Denn obwohl sie so zahlreich vorhanden sind, ist es äußerst knifflig, sie ausfindig zu machen. Meistens nutzt man dafür die sogenannte Transit-Methode. Man beobachtet die Helligkeit fremder Sterne und untersucht sie auf starke Schwankungen. Wenn es zu einem deutlichen aber temporär begrenzten Helligkeitsabfall kommt, kann man davon ausgehen, dass gerade ein Exoplanet vor dem Stern vorbei gezogen ist. Zur Verdeutlichung: Würden außerirdische Beobachter unsere Sonne beobachten, würden sie einen starken Helligkeitsabfall bemerken, wenn beispielsweise Jupiter gerade von ihnen aus gesehen vor der Sonne vorbei zieht.

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Künstlichere Darstellung eines Exoplaneten

Doch für die Suche nach Exoplaneten in anderen Galaxien ist die Transit-Methode nicht geeignet. Die Entfernungen sind einfach zu gigantisch, um Helligkeitsschwankungen in ausreichendem Maße untersuchen zu können. Alleine unsere Nachbargalaxie Andromeda ist immerhin schon 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt.

Doch nun ist es einem Forscherteam des Harvard-Smithsonian Center gelungen, in der 25 Millionen Lichtjahre entfernten Whirlpool-Galaxie einen Exoplaneten zu entdecken. Dafür nutzten sie eine abgewandelte Version der Transit-Methode, die sogenannte Röntgen-Transit-Methode. In einigen Sternsystem findet eine extreme Wechselwirkung zwischen der hochenergetischen Röntgenstrahlung des Sterns und der Gasatmosphäre von Planeten statt. Die Röntgenstrahlung kann zu derart massiver Verdampfung in der Atmosphäre führen, dass Gasplaneten über 100 Millionen Kilogram Masse verlieren – pro Sekunde! Dieses dramatische Schauspiel lässt sich im Röntgenbereich beobachten, im Extremfall sogar auf eine Distanz von 25 Millionen Lichtjahren, wie das Forschungsteam nun unter Beweis gestellt hat.

So könnte der Exoplanet M51-ULS-1b in der Whirlpool-Galaxie aussehen

Der neu entdeckte Exoplanet trägt den Namen M51-ULS-1b. Eine finale Bestätigung der Entdeckung könnte allerdings noch etwas auf sich warten lassen. Denn bis zur nächsten Möglichkeit einer Röntgen-Transit-Beobachtung muss der Planet einen Umlauf um seinen Stern vollenden. Dies kann gut und gerne einige Jahrzehnte dauern.

Noch mehr zu diesem ersten Exoplaneten in einer fremden Galaxie erfahrt Ihr in diesem Video von Astro-Comics TV:

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