Der galaktische Voyager-Adventskalender

Die Weihnachtszeit kann endlich starten: In den nächsten Tagen öffnen wir für euch 24 Türchen, hinter denen sich kuriose Fabelwesen verstecken, eitle Königinnen und funkelnde Accessoires, spitze Waffen und kleine Wassertiere, die eigentlich nichts am Himmel verloren haben. Euch erwarten zu jedem der 24 Sternbilder mythologische Geschichten von den alten Griechen, die unseren Himmel in ein Märchenbuch verwandelt haben, und informative astronomische Fakten, mit denen Ihr garantiert auf der nächsten Weihnachts-Party angeben könnt!

Das erste Türchen: Kassiopeia

Es war einmal eine berühmte Königin, die war sehr eitel. Sie behauptete stets, sie sei die schönste Frau der Welt. Klar, dass viele andere weibliche Geschöpfe dies nicht guthießen. Die Begleiterinnen des Poseidon etwa waren mehr als eingeschnappt. Und so schickte Poseidon ein Ungeheuer, das Chaos und Verwüstung über das Königreich der Kassiopeia bringen und die Tochter Andromeda entführen sollte in die Unterwelten der Meere. Glücklicherweise hörte der Held Perseus von der Geschichte und eilte Andromeda zu Hilfe. Mit Pegasus und dem Kopf der Medusa besiegte er das Ungeheuer und Andromeda und Perseus ritten glücklich von dannen.

2. Türchen: Das Sternbild des Perseus

Der Perseus ist eine griechische Heldenfigur, der die arme Andromeda unter Einsatz seines Lebens vor einem Seeungeheuer rettete. Aber auch jenseits seiner mythologischen Heldentaten ist Perseus mehr als faszinierend. Er liegt genau im schimmernden Band der Milchstraße, doch ausgerechnet in diesem Bereich befinden sich zahlreiche Dunkelwolken, die das Licht der dahinter liegenden Sterne verschlucken. Gut für uns: Denn so kann man perfekt astronomische Objekte in der Umgebung des Perseus beobachten. Die nördlichen Sterne rund um Mirfak etwa wirken für unser Auge wie ein offener Sternhaufen – eine Langzeitbelichtung mit der Kamera bringt diese Sterne richtig zum Funkeln. Im Perseus befinden sich zudem der Sternhaufen M34 und der Doppelsternhaufen h und Chi Persei.

3. Das Sternbild des Schwans

In lauen Sommernächten thront der Schwan überdimensional über unseren Köpfen. Es scheint, als fliege er geradewegs durch den milchigen Schleier der Milchstraße in Richtung Horizont. Der Hauptstern des Schwans, Deneb, bildet übrigens mit den anderen Sternen Wega in der Leier und Altair im Adler das berühmte Sommerdreieck. Der Schwan wird aufgrund seines Aussehens auch das Kreuz des Nordens genannt. Das Kreuz des Südens ist das berühmteste Sternbild auf der Südhalbkugel und beherbergt das uns am nächsten liegende Sternsystem Alpha Centauri.

4. Das Sternbild des Orion

Wow, was für ein galaktischer Kämpfer, der da im Winter in jeder Nacht am Himmel thront. Orion ist in der Mythologie der größte Krieger der Welt. Da er aber alle Tiere dieser Welt töten wollte, sandte Zeus einen Skorpion aus, der ihn tödlich stechen sollte. Zeus verbannte Orion an den Himmel. Und immer wenn der gescheiterte Kämpfer im Westen untergeht, taucht im Osten der Skorpion auf, der ihn erbarmungslos über den Himmel jagt. Übrigens: Im Orion entstehen Sterne am laufenden Band. Im Schwertgehänge unter dem Gürtel liegt der berühmte Orionnebel, eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in unserer galaktischen Nachbarschaft. Die jungen Sterne werden sich vermutlich zu einem offenen Sternhaufen, ähnlich der Plejaden, entwickeln.

5. Türchen: Das Sternbild des Kleinen Wagen

Der Kleine Wagen wird oft auch als Kleiner Bär bezeichnet und ist, na klar, das Pendant zum Großen Wagen. Er ist ein zirkumpolares Sternbild, das wir hier im hohen Norden immer sehen können, egal zu welcher Uhrzeit, egal zu welcher Jahreszeit. Der Kleine Wagen beherbergt übrigens den Polarstern, der früher zur Zeit der Seefahrer eine enorm wichtige Rolle hatte. Dieser wies den Seefahrern damals den Weg in Richtung Norden – denn dieser Stern steht immer im Norden, egal wo man sich befindet. Auch wenn heute Smartphones und GPS zur Orientierung dienen, lohnt es sich dennoch, nach dem Polarstern Ausschau zu halten.

6. Türchen: Das Sternbild der Andromeda

Wer aufgepasst hat weiß, dass die Andromeda die Tochter der Kassiopeia war und einem Seeungeheuer geopfert wurde, glücklicherweise aber von Perseus gerettet wurde. Glück für uns: Denn mit dem Sternbild der Andromeda können wir ganz leicht die Andromeda-Galaxie finden, die sogar mit bloßem Auge zu erkennen ist. Dafür orientiert ihr euch einfach am zweiten Stern „von links“ aus gesehen und wandert mit dem Auge im rechten Winkel aufwärts. Mit ein bisschen Übung kann man an einer scheinbar leeren Stelle die Nachbargalaxie erkennen.

7. Türchen: Das Sternbild des Skorpion

Als ich mit dem Bus nachts durch Argentinien gereist bin, hat er mich stets vom Schlafen abgehalten: Antares, der hellste Stern des Skorpions. Das Sternbild schlängelt sich wie ein großes S über den Himmel und die Schwanzspitze des Skorpions ist sogar noch am Horizont hier bei uns im Norden sichtbar. Der Stern ist 600 Lichtjahre von uns entfernt und bedeutet vom Namen her so viel wie Gegenmars. Der Gott Ares wurde von den Römern als Mars bezeichnet – und die beiden sehen sich auch sehr ähnlich. Nicht nur der Planet Mars, auch Antares leuchtet rötlich (wobei Mars ja nicht wirklich leuchtet, sondern nur das Licht der Sonne reflektiert).

8. Türchen: Das Sternbild des Bärenhüter

Ganz eindeutig: Wir sehen hier einen bärtigen Mann, der eine Keule schwingt. Oder etwa nicht? So stellten zumindest die alten Griechen den Bärenhüter dar. Ich erkenne da viel mehr einen Flugdrachen oder aber tatsächlich eine Schnecke mit Fühler und Schneckenhaus. Was erkennt Ihr in dem Sternbild?

9. Türchen: Das Sternbild der Zwillinge

Castor und Pollux, die beiden Strichmännchen halten sich an den Händen und tanzen gemächlich im Winter über den Himmel. Die Zwillinge liegen auf der Ekliptik, deswegen ziehen Sonne, Mond und Planeten auch regelmäßig durch die Konstellation. Ein toller Anblick, wenn der Mond den Zwillingen Guten Abend sagt!

10. Türchen: Das Sternbild der Fische

Ohne Zweifel, die Fische gehören zu den größten Sternbilder unseres Himmels. Sie nehmen wahnsinnig viel Platz ein und sind so in Städten kaum in voller Gänze zu betrachten. Wer keine Fische erkennt: Wie wäre es mit einer Haribo-Kirsche? Die Ekliptik kreuzt übrigens in diesem Sternbild den Himmelsäquator.

11. Türchen: Das Sternbild der Nördlichen Krone

Ganz klar, eines unserer Lieblingssternbilder. Übrigens: Der hellste Stern der Nördlichen Krone heißt Gemma, was so viel wie Edelstein bedeutet. Und wer ganz genau hinschaut sieht, wie wunderschön der Stern dort oben funkelt.


12. Türchen: Das Sternbild des Fuhrmanns

In den Geschichten der alten Griechen wird der Fuhrmann immer dargestellt, wie ein Mann, der eine Ziege auf dem Arm hält. Fällt euch das auch so schwer wie mir? Vielmehr erkenne ich das Haus vom Nikolaus in diesem Sternbild. Das einzige, was auf eine Ziege hindeutet, ist der Stern Capella. Das kommt vom lateinischen und bedeutet so viel wie Zicklein.

13. Türchen: Das Sternbild des Delfin

Wie bitte schön kommt ein Delfin an den Himmel? Na klar, die alten Griechen sind wieder Schuld.


14. Türchen: Das Sternbild des Herkules

Ein Held mit göttergleichen Kräften, der da am Himmel thront. Allerdings nicht sehr auffällig. Nur wer genau hinschaut, findet ihn zwischen der Leier und der Nördlichen Krone.

15. Türchen: Das Sternbild des Löwen

Von einem Löwen erzählten sie damals, der in der Umgebung von Nemea zahlreiche Dörfer und Städte verwüstete und dessen Fell so hart war, dass jede Waffe daran abprallte.


16. Türchen: Sternbild des Großen Bären

Das Sternbild, das vermutlich jeder von euch kennt. Auf unseren Breitengraden geht es niemals unter, es ist immer zu sehen und deswegen auch so bekannt.

17. Türchen: Das Sternbild der Leier

Ein kleines Zupfinstrument, das da in lauen Sommernächten hoch am Himmel thront und neben dem großen Schwan recht unscheinbar wirkt. Alles andere als unscheinbar ist der helle Stern Wega. Einer unserer hellsten Sterne am Himmel.

18. Türchen: Das Sternbild des Pegasus

Am Himmel ist alles möglich: Auch ein auf dem Kopf stehendes Pferd, das sogar fliegen kann. Verrückt, was sich die alten Griechen damals ausdachten. Klar, wer kein Netflix oder Facebook hat, muss halt in den Himmel schauen.

19. Türchen: Das Sternbild des Pfeils

Das haben vermutlich bisher die wenigsten von euch gesehen, oder? Es ist das drittkleinste Sternbild an unserem Himmel und befindet sich zwischen dem Schwan und dem Adler.

20. Türchen: Das Sternbild des Stiers

Gerade in Winternächten wie diesen kann man den Stier wunderbar erkennen – sein rotes Auge, der Stern Antares scheint in kalten Nächten vom Himmel herab. Auch die Hyaden lassen sich in lichtärmeren Gegenden perfekt erkennen.

21. Türchen: Das Sternbild des Dreiecks

Das Dreieck? Wieder so ein Sternbild, was eher unbekannt ist.


22. Türchen: Das Sternbild des Kepheus

Kepheus sieht eigentlich aus wie das Haus vom Nikolaus. In Wahrheit aber war er der Mann der äthiopischen Königin Kassiopeia und genau wie seine Frau ist auch er immer am Himmel zu sehen – ein sogenanntes zirkumpolares Sternbild.

23. Türchen: Das Sternbild der Giraffe

Ja sind wir denn im Zoo hier? Irgendwie schon, denn es tummeln sich viele lustige Tiergestalten am Himmel, unter anderem auch die Giraffe. In der Giraffe sind übrigens spannende Doppelsterne enthalten.


24. Türchen: Das Sternbild der Eidechse

Oh nein, das letzte Türchen vom Voyager-Adventskalender. Wir verabschieden uns damit von der schönen Adventszeit mit einem kuriosen Sternbild: der Eidechse, das drei offene Sternhaufen beherbergt. Wir hoffen, euch hat unser kleiner Sternbild-Kalender gefallen und wünschen euch alle GALAKTISCHE WEIHNACHTEN!

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