Der Sonne so nah: Der Sternenhimmel im Januar

Die letzten Lebkuchen sind aufgefuttert und die roten Christbaumkugeln schon längst wieder im Keller verstaut. Heißt also, endlich wieder genug Zeit, den Blick in Richtung Himmel zu wenden. Die Erde befindet sich derzeit sehr nah an der Sonne. Das Wintersechseck funkelt am Himmel und der Meteorstrom der Quadrantiden wird vom hellen Mond überstrahlt.

Ausgerechnet jetzt, in der zumindest bei uns auf der Nordhalbkugel kältesten Jahreszeit, kommt unser Planet der Sonne am nächsten. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne ist die Erde dem Stern mal näher und mal weiter entfernt. Das liegt daran, dass der Orbit kein perfekter Kreis ist, sondern eine Ellipse. Man möchte meinen, dass es wärmer wird, wenn die Erde sich im sonnennächsten Punkt befindet. Das stimmt aber nicht. Ob die Erde im sogenannten Perihel (nah) oder Aphel (fern) steht, gibt keinen Hinweis auf die Jahreszeiten. Daran hat allein die Neigung der Erdachse Schuld. Im Januar wird die Erde das Perihel erreichen und dann rund 147 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt sein. Zum Vergleich: Im Aphel befindet sie sich 152 Millionen Kilometer entfernt.

Eine mögliche Supernova im Wintersechseck

Noch viel weiter entfernt ist das berühmte Wintersechseck, das derzeit am Firmament funkelt. Es besteht aus sechs hell leuchtenden Sternen, die zu den berühmten Wintersternbildern gehören. Das bekannteste unter ihnen ist Orion, der größte Kämpfer am Himmelszelt. Interessant ist vor allem sein Schulterstern Beteigeuze, der die Astronomen in den letzten Monaten vor allem aufgrund seiner Helligkeitsschwankungen begeistert hat. Man ging davon aus, dass dieser Stern auf kurz oder lang in einer Supernova explodieren würde (wir berichteten darüber: Beteigeuze Supernova?). Es handelt sich bei Beteigeuze um einen Roten Riesen. Und wenn ihr rausgeht und in den Himmel schaut, dann könnt ihr diesen Stern tatsächlich rötlich funkeln sehen. Vergleicht ihn einmal mit dem Fußstern Rigel, der zum Wintersechseck gehört – dieser Stern ist ein Blauer Riese, der viel heißer ist als Beteigeuze. Den farblichen Unterschied kann man sogar in großen Städten mit bloßem Auge erkennen.

Offene Sternhaufen funkeln wie Diamanten

Weiterhin gehört der Stier mit dem berühmten roten Auge, dem Stern Aldebaran, zum Wintersechseck. Der Stier ist vor allem bekannt für die Hyaden – ein offener Sternhaufen, bestehend aus hunderten von Sternen. Direkt daneben befindet sich das Siebengestirn, die funkelnden Plejaden, die aussehen wie das Sternbild des Kleinen Wagen. Auch die Plejaden sind ein offener Sternhaufen. Wenn man so will, handelt es sich dabei um einen Kindergarten von Sternen. Ganz viele junge Sterne hocken da oben auf einem Haufen zusammen und entfernen sich nach und nach voneinander – wie im echten Leben quasi. Wer ein Fernglas oder gar ein Teleskop besitzt, sollte unbedingt in den kalten Winternächten einmal die Plejaden beobachten. Sie funkeln wie ein Schmuckkästchen voller Diamanten.

Doppelstern am Horizont

Die weiteren Sternbilder des Wintersechsecks sind der Fuhrmann mit dem Hauptstern Capella, die Zwillinge mit den Sternen Castor und Pollux, der Kleine Hund mit dem Stern Prokyon und der Große Hund mit dem Stern Sirius. Sirius steht meist immer sehr nah am Horizont und funkelt, was das Zeug hält. Er ist der hellste Stern an unserem Nachthimmel und wirklich ein toller Anblick. In Wahrheit ist er übrigens gar kein einzelner Stern. Sirius ist ein sogenanntes Doppelsternsystem – zwei Sterne, die gravitativ aneinander gebunden sind und sich umeinander umkreisen.

Wäre der Mond derzeit nicht so hell, könnten wir zahlreiche Sternschnuppen über den Himmel fliegen sehen. Die Quadrantiden bescheren uns jedes Jahr zum Jahreswechsel ein fulminantes Feuerwerk. Rein theoretisch lassen sich mehr als 100 Meteore pro Stunde beobachten. Aber nicht nur der bedeckte Himmel versperrt uns die Sicht. Auch der Mond ist derzeit zu hell, um die verglühenden Steinchen zu beobachten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s