Die NASA entdeckt etwas unter der Antarktis…

Unter den mächtigen Eisschichten der Antarktis hat die NASA etwas Erstaunliches entdeckt…

Wovon gibt es in der Antarktis jede Menge? Richtig, Eis! Die Antarktis ist die größte Eiswüste des Planeten. Die Fläche des Eisschildes wird auf knapp 14 Millionen Quadratkilometer geschätzt und im durchschnitt ist das Eis ungefähr 2 Kilometer dick. Was man bei all diesen gigantischen Mengen nicht unbedingt vermuten würde, ist flüssiges Wasser. Genau das haben Forscher der NASA aber nun entdeckt und zwar unterirdisch. Die Seen liegen am Boden des Eisschildes, wo das Eis auf den felsigen antarktischen Kontinent trifft. Dort unten ist es durch den Druck der Eismassen und durch geothermale Energie warm genug für flüssiges Wasser.

Die Antarktis ist die größte Eiswüste der Welt

Die neu entdeckten Seen tragen die Namen Lower Conway Subglacial Lake und Lower Mercer Subglacial Lake und sind wohl Teil eines riesigen Wassernetzwerkes, das sogar mit den Weltmeeren verbunden ist. Der beteiligte Wissenschaftler Matthew Siegfried sagt dazu:

„Es ist nicht nur das Eisschild, über das wir sprechen. Wir reden wirklich über ein Wassersystem, das mit dem gesamten Erdsystem verbunden ist.“

Matthew Siegfried

Es ist so, dass die Seen unter dem Eis sich in noch wenig verstandenen Zyklen immer wieder füllen und entleeren. Diese Zyklen beeinflussen die Bewegung des antarktischen Eisschildes, wodurch wiederum bestimmt wird, wo das Schmelzwasser von geschmolzenem antarktischen Eis das Südpolarmeer erreicht. Dort entstehen dann schließlich Strömungen, die einen Einfluss auf die Ozeanzirkulation des gesamten Planeten haben. Man könnte sagen: Was in diesen sogenannten subglazialen Seen geschieht, ist ein Dominoeffekt, der letztlich die ganze Erde beeinflusst. Um so wichtiger ist es, die Prozesse innerhalb dieser Seen besser zu verstehen. Was diese subglazialen Seen für einen massiven Einfluss haben, zeigt eine Studie, die im Januar diesen Jahres erschien: Demnach spülte die Entwässerung eines Sees auf dem Amery-Schelfeis in der Ostantarktis in nur drei Tagen  750 Milliarden Liter Wasser in den Ozean.

In der Antarktis sind über 400 subglaziale Seen bekannt

Aber wie entdeckt und untersucht man überhaupt unterirdische Seen in der Antarktis? Man nutzt hierfür spezielle Satellitensysteme, in diesem Fall das Erdbeobachtungssystem ICESat der NASA. ICESat steht für Ice, Cloud and Land Elevation Satellite und dient der Ermittlung von Eispanzerdicken und der Untersuchung der Veränderung dieser Eispanzer. Dafür nutzte ICESat ein Instrument namens Geoscience Laser Altimeter System, kurz GLAS. Es handelt sich um ein Instrument zur dreidimensionalen Lasermessung, das ganz ähnlich wie ein Radarsystem funktioniert. Bei einem Radar arbeitet man allerdings mit Radiowellen, hier werden Laserstrahlen zur Erstellung von hochauflösenden Landkarten verwendet. Solche Instrumente bezeichnet man auch als Lidar, eine Abkürzung für Light detection and ranging

Die NASA-Mission ICESat kartiert mit einem Laser-System die irdischen Eispanzer

Mittlerweile ist sogar schon das Nachfolgeprojekt ICESat-2 gestartet, das ganz ähnlich funktioniert aber durch bessere Technik viel präzisere Daten liefert. Diese präziseren Daten haben letztlich den Durchbruch geliefert, um die zwei neu entdeckten subglazialen Seen zu finden. Matthew Siegfried sagt dazu:

„ICESat-2 ist wie das Aufsetzen einer Brille nach der Nutzung von ICESat: Die Daten sind so hochpräzise, dass wir wirklich beginnen können, die Seegrenzen auf der Oberfläche der Antarktis zu kartieren.“

Matthew Siegfried

Der Lower Conway Subglacial Lake und der Lower Mercer Subglacial Lake sind natürlich nicht die einzigen subglazialen Seen in der Antarktis. Es sind schon fast 400 davon bekannt und der größte ist der Wostoksee in der Ostantarktis. Er liegt vier Kilometer unter dem Eisschild, erstreckt sich 250 Kilometer von nord nach süd und 50 Kilometer in die Breite. Er besitzt eine Wassertiefe von 1200 Metern. Man kann wohl sagen, dass dieser riesige unterirdische See einer der unberührtesten Orte des gesamten Planeten ist. Bei Untersuchungen von Eisproben aus dem See fand sich Erbgut von tausenden verschiedenen Organismen, vor allem Bakterien und Pilzen. Die Wissenschaftler schließen aber nicht aus, dass es da unten sogar höher entwickelte Lebewesen geben könnte wie Würmer, Krebse oder Fische. 

Für noch mehr Informationen über die subglazialen Seen in der Antarktis schaut euch dieses Video auf dem Kanal Astro-Comics TV an:

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